Alabaster mit kalter Bemalung, europäisch, um 1700
Die Chinesen-Szenen auf den Aufsatzvasen sind angeregt durch Stiche, die Arnold Montanus in seiner Schrift „Denckwürdige Gesandtschafften der Ost-Indischen Gesellschaft … an unterschiedliche Keyser von Japan“ 1670 in Amsterdam publiziert hatte. Sie vermitteln die Vorstellung, dass diese Kostbarkeiten vermeintlich im fernen Osten entstanden seien. Nicht nur Alabastervasen, sondern auch Porzellane aus Meißen zeigen farbige Chinesen-Szenen.
Solche andernorts meist verlorenen gegangenen Objekte sind erstaunliche Zeugnisse der Chinamode zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Maßgeblich war nicht, dass ein Objekt wirklich aus dem fernen Osten stammte, entscheidend war vielmehr dessen „indianische“ Ausstrahlung.