Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es ein weit verbreitetes Interesse an Botanik und Gartenbau. Es entstanden viele neue Sorten durch Züchtungen. Außerdem kamen immer noch unbekannte Baumarten aus anderen Kontinenten hinzu, die man gerne in den Gärten sammelte. Möglichst viele besondere Gehölze sollten in einem Garten zur Geltung gebracht werden, sodass viele Gärten eher den Charakter einer Pflanzensammlung als den eines planvoll gestalteten Gartens annahmen.
Schon vor 1680 war die Blut-Buche gezüchtet worden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts galt sie nach wie vor als das wichtigste rotlaubige Gehölz und wurde in diesem Zeitraum auch im Schlossgarten Favorite gepflanzt. Blut-Buchen verwendete man gerne zur Schaffung sehr deutlicher Kontraste der Laubfarben, etwa zusammen mit gelblaubigen Gehölzen.
Die Blut-Buche ist im Wuchs wie die Rot-Buche, also ein mächtiger, dicht belaubter Baum mit breit gewölbter Krone, wenn er als Einzelbaum auf freier Fläche steht. Von den Blut-Buchen gibt es viele Sorten, wobei ‚purpurea’ eine Sammelbezeichnung für alle aus Samen gezogenen Blut-Buchen ist. Die Blätter der Blut-Buchen-Sorten sind sehr unterschiedlich in Größe und Intensität der Färbung.
Blut-Buche im Schlossgarten von Schloss Favorite Rastatt