Taxus baccata – Europäische Eibe

Europäische Eibe im Schlosspark von Schloss Favorite Rastatt

Europäische Eibe

Die Europäische Eibe war früher in Mitteleuropa viel weiter verbreitet als heute. Ihre Bestände dezimierten sich auf natürliche Weise durch das Vordringen von Rot-Buchen und Hainbuchen und durch Menschenhand: Das begehrte Eibenholz war dauerhaft, fest, elastisch und hart. Es eignete sich gut für den Bau von Bögen und Speeren und wurde schon in der Jungsteinzeit und Bronzezeit dafür verwendet. Eibenholz wurde aus Deutschland und anderen Ländern nach Holland und England exportiert, dazu wurden – gerade auch in Süddeutschland – viele Eiben gefällt. Dies führte im 16. Jahrhundert zur dramatischen Dezimierung der Bestände. So musste 1568 Herzog Albrecht dem kaiserlichen Rat in Nürnberg mitteilen, dass Bayern über keine schlagreifen Eiben mehr verfüge.

Der Name des Baumes („iwe“) taucht in zahlreichen Namen auf, beispielsweise in den Ortsnamen Ibach, Ibenthal, Ibenbach, Yburg und einigen weiteren im Schwarzwald – ein Hinweis darauf, dass es hier Eibenbestände gab.

Keine andere Nadelholzart ist so schattenverträglich und widerstandsfähig gegen den Wurzeldruck hoher Bäume wie die Eibe. Außerdem besitzt sie ein sehr großes Vermögen, nach einem Rückschnitt schnell wieder auszutreiben. Diese Schnittverträglichkeit und der dichte Wuchs sind Gründe, weshalb sie in der Gartengeschichte für Hecken und andere Formschnitte genutzt wurde und wird (zum Beispiel für Labyrinthe und figürlich geschnittene Gehölze, sog. Topiary-Kunst).

Die Eibe im dendrologischen Rundgang ist eine von mehreren alten Eiben im Schlossgarten. Die vermutlich älteste ist etwa 200 Jahre alt und befindet sich nordwestlich vom Schloss. 

   

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