Das Jagd- und Lustschloss Favorite liegt idyllisch in einem Wiesengrund und wurde der bevorzugte Sommersitz der kunstsinnigen Markgräfin und ihrer Söhne. Hier wurde der Erbprinz erzogen, hier hielt man Jagden ab und gab festliche Bälle und Konzerte. In diesem Sinn ist Schloss Favorite seinen Vorbildern aus Italien und Frankreich verbunden, hier widmete man sich, fernab der Residenz, den fürstlichen Vergnügungen.
Schloss Favorite: Ansicht von Nordwesten.
Das dreiflüglige Schloss mit seinen Kolonnaden, die bald als Orangerien dienten und seiner geschwungenen Freitreppe in die Beletage im ersten Obergeschoss wird von einem Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel beherrscht. Bemerkenswert ist der reizvolle Kieselsteinverputz der Fassaden.
Im Inneren des Baus dominiert die zentrale Sala terrena, die durch alle Stockwerke reicht und von einem Kuppelturm gekrönt wird. Der auf den Garten bezogene rechteckige Saal hat einen besonderen Grundriss: vier schräg gestellte Nischen in den Ecken runden ihn ab. In der Beletage ist zu beiden Seiten dieses Zentralraums ein Appartement angeordnet, das neben drei Paraderäumen jeweils auch ein kostbar ausgestattetes Kabinett beherbergt.
Sala terrena.
In verschwenderischer Fülle sind in allen Räumlichkeiten die im frühen 18. Jahrhundert geschätzten handwerklichen Techniken verwirklicht. Hierzu gehören Böden aus Stuckmarmor, Wände mit Fayencefliesen, reichverzierte Stuck- und Freskendecken, Behänge aus seltenen Stickereien an den Wänden und erlesene Möbel. Schloss Favorite ist ein einzigartiges barockes Gesamtkunstwerk mit einer überreichen Flut an Dekorationen und repräsentiert nicht nur den Geschmack der Fürstin, sondern auch angemessene herrschaftliche Selbstdarstellung.