Lackkunst
Lack war in Europa begehrt wegen seiner reichen, zumeist goldenen Bemalung auf einem perfekt polierten und hochglänzenden schwarzen Hintergrund, der zudem widerstandsfähig und schmutzabweisend war. Im Laufe des 17. Jahrhunderts führten die Ostindischen Handelskompanien ungeheure Mengen von Lackarbeiten aus China und Japan nach Europa ein: Die Mode für ostasiatisches Kunsthandwerk machte die Lackarbeiten zunächst zu begehrten Sammlerstücken und bald darauf zu unverzichtbaren Teilen der Raumausstattung.
Der große Bedarf an Mobiliar, Vertäfelungen und Schaustücken im chinesischen Stil konnte durch den Import allein nicht gedeckt werden. Um 1700 begannen europäische Werkstätten, die ostasiatischen Lackarbeiten aus Holz, Metall (Silber, Blech) oder Porzellan nachzuahmen. Das tiefe, hochglänzende Schwarz wurde durch Lackmalerei oder durch eine schwarze Glasur erzeugt.
In Deutschland ragen aus einer erstaunlichen Vielzahl von Lackwerkstätten Berlin und Dresden als Zentren der Lackkunst des frühen 18. Jahrhunderts heraus. In Berlin wurden die Lackdekore ausschließlich auf Holz und Metall aufgebracht. Dagegen war in Dresden von Anbeginn das rote Böttgersteinzeug, der Vorläufer des weißen Porzellans, in die Entwicklung der Lackmalerei eingebunden.