Stiel-Eiche im Schlosspark von Schloss Favorite Rastatt
Die Stiel-Eiche ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart. Auf normalen Standorten wird sie aufgrund ihrer Lichtbedürftigkeit von der Rot-Buche verdrängt, deswegen kann sie nur an bestimmten Standorten gut wachsen, zum Beispiel auf nährstoffarmen, trockenen Sandböden.
Viele Eichenwälder wurden von Menschen angelegt oder ihr Wuchs wurde gefördert, um das wertvolle Holz, die Rinde oder die Früchte zu nutzen. Die Eichenfrüchte dienten zur Viehmast und zur Mast des Wildes, das nur von den Herrschenden gejagt werden durfte. Auch im ehemals eingezäunten und für die Jagd genutzten Fasaneriewald auf der anderen Seite des Schlosses gibt es noch zahlreiche alte Eichen, die wahrscheinlich - wie der Fasaneriewald - schon vor dem Bau des Schlosses dort existierten.
Die Stiel-Eiche bildet eine mächtige Krone. Eichen haben in der Jugend ein schnelles Höhenwachstum, das schon nach etwa 100 bis 200 Jahren abgeschlossen ist, danach wachsen die Bäume fast nur noch in die Breite. Die Stiel-Eiche wird 500 bis 1000 Jahre alt, manchmal sogar bis zu 1400 Jahre alt. Es gibt mehrere alte Stiel-Eichen in Favorite, deren Alter auf 240 bis 300 Jahre geschätzt wird.