Taxodium distichum - Zweizeilige Sumpfzypresse

Junge Sumpfzypresse im Schlossgarten von Schloss Favorite Rastatt, mit etwas sichtbarem Wurzelknie

Sumpfzypresse

Die Sumpfzypresse ist eine Baumart, die in Europa heute nicht mehr wild wächst. Im Tertiär war sie hier noch heimisch. Nachgewiesen ist das durch Fossilfunde mit einem Alter von sechs Millionen Jahren. Die Sumpfzypresse bildete zusammen mit anderen Bäumen die Grundlage für die Braunkohlevorkommen im Rheinischen Braunkohlerevier.

Heute sind die Flüsse und Sümpfe in den südlichen Staaten der USA, zum Beispiel in Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia und Florida, der natürliche Lebensraum der Sumpfzypresse. Dort wurde ihr Holz für den Bau von Häusern und Kanus verwendet.

Von 1610 stammen die ersten Berichte in Europa über diese interessante Baumart. 1640 wurden die ersten Exemplare nach Europa eingeführt und zunächst vor allem in England kultiviert. Schon in den frühen englischen Landschaftsgärten, in denen noch relativ wenig ausländische Baumarten eingesetzt wurden, war die Sumpfzypresse zu finden. Sie ist ein ausdrucksvoller Baum, den man gerne für besondere gestalterische Zwecke am Wasser einsetzte. 

Im Schlossgarten Favorite gibt es außer einem etwa 180 Jahre alten Exemplar eine jüngere Sumpfzypressen-Gruppe am Schlossgartenweiher.

Auffallend an dem Baum sind die aus dem Wasser oder dem Boden herauswachsenden Auswüchse der Wurzeln, die als Wurzelknie bezeichnet werden. Ihre biologische Bedeutung ist nach wie vor ungeklärt, vermutlich dienen sie dem Gasaustausch der Wurzeln. Die Wurzelknie können bis zu drei oder vier Meter hoch werden. Die Sumpfzypresse ist damit für Anpflanzungen an Teichrändern oder auch in flachen Gewässern gut geeignet, wächst aber auch auf weniger sumpfigen Böden.
  

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